Jakobsweg – Prolog

1. September – Prolog

Es ist soweit! Nachdem ich in den letzten Jahren alleine 5 Bücher mit Erfahrungsberichten über den Jakobsweg gelesen (unter anderem Hape Kerkeling), mehrere Filme gesehen (Pilgern auf Französisch, Mein Weg..) und Onlinerecherche betrieben habe, wird es nun tatsächlich ernst. Schon lange spüre ich den Drang, die Erfahrung Jakobsweg machen zu wollen und jetzt gibt es kein zurück mehr.

Ich habe meinen Job als Berater in der IT Branche zu Ende August gekündigt und mich an einer Universität für den Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik (Start 1. Oktober) eingeschrieben. Das bedeutet, dass ich ca. 1 Monat habe um mein Heil auf dem sogenannten Camino Francés zu finden. Wochenlanges Wandern, überfüllte Herbergen und haufenweise verschiedene Nationalitäten erwarten mich. Hoffentlich lerne ich auch ein wenig über mich selbst.

Dann kanns ja losgehen…

Der Flug nach Biarritz über Paris (von Frankfurt/Main aus) ist gebucht, die Ausrüstung soweit zusammengetragen und die letzten Vorbereitungen laufen. Nachdem ich am letzten Wochenende noch den Auszug aus meiner alten und der Einzug in meine neue WG über die Bühne bringen und die komplette Woche noch voll arbeiten musste, war leider nicht mehr viel Zeit übrig. So kam es dass ich erst gegen 23 Uhr im Bett lag. Dank Kopfkino und sonstiger Aufregung konnte ich erst gegen halb 1 schlafen und musste um 3:45 Uhr wieder aufstehen – kurze Nacht!

2. September 2013 – Tag 1 der Reise

Das frühe aufstehen um viertel vor 4 rächt sich, ich bin absolut zu nichts zu gebrauchen. Es gibt kein Frühstück da kein Appetit vorhanden ist. Um 4:30 Uhr geht’s ab zum ICE Bahnhof, von dort mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen. Rechtzeitig eingecheckt, es kann also losgehen. Sehr flauer Magen, vor und während dem Flug nach Paris nichts gegessen, weil mir speiübel ist.

Ankunft in Paris, Flughafen Charles de Gaulle (CDG). Mein Anschlussflug geht von Orly (ORY) aus. Die Suche nach dem RER (Zug) gestaltet sich schwierig, Ticketautomaten sind komplett überbelegt, große Menschenmassen. Als ich endlich an der Reihe bin, schaffe ich es nicht ein Ticket zu ziehen. Also Plan B, der Schuttlebus. Der Stress wird größer. Dann finde ich endlich den Bus, aber die Fahrtzeit beträgt 1,5h. Gehe in Gedanken schon die Möglichkeiten durch, mit dem Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port zu kommen, weil rein ich durch meine Verspätung rein rechnerisch meinen Flug nicht mehr erwischen kann, es sei denn es geschieht ein Wunder.

Das Wunder tritt ein – in Form einer netten und hilfbereiten Airlinemitarbeiterin, die alle Fluggäste mit dem Ziel Biarritz an den Anfang der elend langen Schlange zieht. Komme so in letzter Minute also doch noch zu meinem Flieger. So stressig fängt meine Reise also schon an, das kann ja heiter werden…

Der Anschlussflug nach Biarritz zum Glück dann ohne Probleme. Komme heil an und finde recht bald schon den richtigen Bus nach Bayonne. Im Bus lerne ich Chrisitan kennen, er kommt aus Hamburg und arbeitet bei Karstadt in der Outdoorabteiluing. Sehr nett, wir unterhalten uns länger während der ca. halbstündigen Busfahrt.
In Bayonne angekommen stehen wir schon vor dem Bahnhof und ziehen ein Ticket für die Bummelbahn nach SJPdP. Im Zug lerne ich spätere, gute Bekannte kennen, meine vier Kanadier. In Saint-Jean-Pied-de-Port angekommen folgen wir dem Pilgerstrom durch das schöne französische Städchen zum Pilgerbüro. In der Schlange davor lernen wir Natalie (23), Medizinstudentin aus Berlin kennen. Wir drei werden direkt ein Team, ich übersetze alles, sie folgen mir vertrauensvoll. Nach längerer Suche finden wir eine freie Herberge 13€ mit 16 Betten, die Atmosphäre ist schön familiär. Das Abendessen findet später in einem Restaurant in der selben Straße statt, die Pizza könnte ein Dreijähriger besser backen. Dr. Oetker würde sich im Grabe umdrehen, aber egal, wir sind satt. Gegen 22 Uhr legen wir uns schlafen, um für den morgigen Tag und die Pyrenäenüberquerung fit zu sein…

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